Wasserburg am Bodensee

Erleben Sie die naturelle Vielfalt von Wasserburg

Entdecken Sie die heiter-beschauliche Dorfidylle in Wasserburg, atemberaubende Panoramen mit einzigartigen Fernblicken auf die mächtigen Alpen und die unverfälschte Lebensqualität am Bodensee! In dieser traumhaften Kulisse inmitten der unberührten Natur stehen Ihnen unzählige Möglichkeiten offen, das einmalige Bodensee-Gefühl kennenzulernen. Besichtigen Sie bequem von Wasserburg aus die historischen Orte und Sehenswürdigkeiten in der Vierländerregion Bodensee, genießen Sie die Ruhe am See und schalten Sie einen Gang herunter, um zu entspannen. Zu jeder Jahreszeit gibt es in Wasserburg viel zu entdecken: Der farbenfrohe Frühling lässt sich am besten mit dem Fahrrad oder in Wanderschuhen entlang alter Streuobstwiesen mit tausenden Apfel-, Birnen- und Kirschblüten erleben. Im Freibad Aquamarin steht dem sommerlichen Badevergnügen direkt am Bodenseeufer nichts entgegen. Bei einem Herbstspaziergang durch die Apfelplantagen und Weinreben lässt sich das bunte Treiben zur Obsternte und Weinlese hautnah erleben, während im Winter die klare Luft zauberhafte Ausblicke auf die verschneiten Bergkuppen eröffnet.

Wasserburg am Bodensee - Antoniuskapelle

Kunst und Kultur in Wasserburg

In Wasserburg gehen Tradition und Kultur Hand in Hand. Maler, Dichter und andere Künstler haben sich schon immer gern am Bodensee aufgehalten. Deren Werke bewundern Sie etwa im Malhaus Wasserburg direkt am Seeufer. Eine Dauerausstellung würdigt zwei der berühmten Ehrenbürger Wasserburgs: Die Schriftsteller Martin Walser (Der springende Brunnen) und Horst Wolfram Geißler (Der liebe Augustin). Möchten Sie auch die düstere Geschichte der Gemeinde kennenlernen? Im Museum im Malhaus befinden Sie sich nämlich am Originalschauplatz der Wasserburger Hexenprozesse. Die außergewöhnliche Skulpturenausstellung im Freien oder der Kunstbahnhof mit Malereien, Fotografien und Skulpturen in monatlich wechselnden Ausstellungen ist genauso einen Besuch wert wie malerische und jahrhundertealte Antoniuskapelle auf dem „Bergle“ mit sagenhaften Ausblicken über die Bodenseeregion, auf Obstplantagen und Weinhänge, die Kunst- und Kulturliebhaber entzückt. Kulturelle Sehenswürdigkeiten finden Sie in Wasserburg und der umliegenden Region am Bodensee zuhauf: Darunter auch UNESCO-Weltkulturerbe wie die Insel Reichenau, die Pfahlbauten oder den Stiftsbezirk St. Gallen in der Schweiz. Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch einer der eindrucksvoll inszenierten Opern auf der weltgrößten Seebühne der Bregenzer Festspiele

Prächtige Natur in Wasserburg entdecken

Wasserburg mit seiner kleinen Halbinsel liegt zwischen Lindau und Nonnenhorn direkt am nordöstlichen Ufer des Bodensees. Naturliebhaber finden hier ihr Bodenseeparadies – mit Rad- und Spazierwegen, artenreichen Naturschutzgebieten, Obst- und Weinanbau und natürlich den beeindruckenden Ausblicken auf die Weiten des Bodensees und das atemberaubende Panorama der majestätischen Alpen. Spaziergänge am Bodenseeufer werden dank der fabelhaften Ausblicke über den weiten See mit seinem schimmernden Farbenspiel zum einmaligen Naturerlebnis. Das Naturschutzgebiet Bichelweiher im Birkenried versprüht pure Idylle und Entspannung. In dem ehemaligen Mühlenteich hat sich im Laufe der Zeit eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen wie die Feldhummel, der Stichling und der Teichmolch sowie die Wasserschwertlilie und der Klatschmohn angesiedelt. Auf dem Biotoplehrpfad zeigen Übersichtstafeln die Lebensräume, die im Birkenried zu finden sind. Hier im Herzen Europas genießen Sie unverfälschte Lebensqualität: Die frische Seeluft bei einem Glas leckerem Bodenseewein und Fischspezialitäten aus dem See oder knackiges Obst direkt vom Baum. Wasserburg ist mehr als eine Fotokulisse, hier entspannen und genießen Sie mit allen Sinnen, um mitten in der Natur mit Körper, Geist und Seele in Einklang zu kommen.

Ausgrabungen von Alt-Wasserburg

Beim Abriss des zum ehemaligen Hotel Krone gehörenden Bettenhauses im Winter 1992/93 kamen im Fundament gewaltige Festungsmauern zum Vorschein. Die anschließende Notgrabung unter Aufsicht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege brachte zahlreiche Bodenfunde ans Licht, die heute Aufschluss über die vielfältige Geschichte der ehemaligen Herrschaft Wasserburg geben können. Das Gelände wurde intensiv ergraben, vermessen und kartiert.

Einen kleinen Teil der damals gesicherten Funde kann man heute im Museum im Malhaus besichtigen. Das Bodendenkmal der ehemaligen Vorburg mit den umschließenden Festungsmauern wurde im Frühjahr 1994 vollständig saniert und konserviert.

Das ebenfalls 1994 fertiggestellte katholische Pfarrheim hat man entgegen der ursprünglichen Planung aus der Baulücke gedreht – dadurch ist heute der Blick frei auf das wohlgegliederte Bodendenkmal und das Schloss.

Die Entstehung Wasserburgs (Bodensee)

Das Wappen
1954 wurde der Gemeinde Wasserburg durch das Kreispräsidium Lindau im Einvernehmen mit der Bayerischen Staatsregierung das Recht zur Führung eines Wappens zuerkannt.
Als »sprechendes Wappen« erhält es im unteren Bereich auf blauem Grund eine Burg im Wasser, im oberen Bereich den aufgerichteten, nach links blickenden Bären von St. Gallen auf weißem Silbergrund. Weiß und blau drücken die Zugehörigkeit zu Bayern aus.

 

Die Herrschaft Wasserburg im Wandel der Geschichte
Der Name »Wazzarburuc« für die feste Burg auf der kleinen Bodenseeinsel wird bereits im Jahre 784 in einer Sankt Gallener Urkunde erwähnt.
Vorgeschichte St. Gallen: Jene Urkunde nimmt Bezug auf die Wasserburger Sankt-Georgs-Kirche, die zum Kloster Sankt Gallen gehört. Noch vor der Jahrtausendwende wächst der Landbesitz dieses Benediktinerklosters durch zahlreiche Schenkungen so gewaltig an, dass die Verwaltung der großflächig verstreuten Besitztümer von belehnten Ministerialen besorgt werden muss.

 

Kißlegger bis 1280
Bis etwa 1280 sind die Herren von Kißlegg als Ministerialen nachweisbar. Kißlegg liegt im württembergischen Allgäu. 1280 heiratet die Erbtochter des Berthold von Kißlegg den Sohn Tölzer des Marquard I. von Schellenberg. Marquard und sein Bruder Ulrich, beide Landvögte des Herzogs von Schwaben, kaufen 1280 Wasserburg um 500 Mark Silber.

 

Die Herren von Schellenberg 1280 – 1374
Waren freie Reichsministerialen – adlige Dienstmannen des Königs – und hatten ihren Sitz auf dem Eschnerberg bei Feldkirch. Sie umgaben Wasserburg sofort mit einer festen Mauer und bauten einen Turm und andere Gebäude im Laufe von sechs Jahren. Nach einer Fehde des Marquard III. von Schellenberg mit der Stadt Lindau wird die Festung Wasserburg von den Truppen des Städtebundes am See am 24. Juli 1358 in Schutt und Asche gelegt. Die schwere Niederlage zwingt die Schellenberger, ihr Lehen im Jahre 1374 an die Herren von Ebersberg zu verpfänden.

 

Ulrich und Rudolf von Ebersberg 1374 – 1386
Bereits nach 12 Jahren geben diese ihr »Wasserburger Pfand« an das mächtige Geschlecht der Grafen von Montfort-Tettnang mit Zustimmung des Abts von St. Gallen um 650 Pfund Heller weiter.

 

Die Grafen Monfort zu Tettnang 1384 – 1592
Graf Hugo XVI. von Montfort, ein überaus gebildeter und besonnener Staatsmann, vermittelt im Bauernkrieg zwischen den aufständischen Seebauern und dem Schwäbischen Bund unter Truchseß Georg von Waldburg, dem »Bauernjörg«. Hugo XVI. geht als Vater des Weingartner Friedens von 1526 in die Geschichte ein und erhält 1537 das Schloss Wasserburg als Geschenk des dankbaren Abtes von Sankt Gallen. Die Montforter lassen daraufhin ihr Schloss im Renaissancestil umbauen und geben ihm die Gestalt, die in groben Zügen bis auf den heutigen Tag erhalten bleibt.

 

Die Grafen Fugger von Kirchberg und Weißenhorn zu Babenhausen 1592 – 1755
Durch eine hohe Verschuldung, möglicherweise wegen der enormen Bautätigkeit in ihrer Residenz Tettnang, sehen sich die Grafen von Montfort gezwungen, die Herrschaft Wasserburg für 63 000 Gulden an Jakob Fugger von Kirchberg, Weißenhorn und Babenhausen zu verkaufen. Von 1592 bis 1755 bestimmen nacheinander sechs Fugger-Grafen die Geschicke der kleinen Herrschaft Wasserburg. In ihrem Auftrag wird hier Recht gesprochen, es werden Münzen geprägt und bauliche Veränderungen vorgenommen, die bis heute Teile des Ortsbildes prägen. 1720 wird die Insel Wasserburg durch eine Aufschüttung mit dem Festland verbunden und damit zur Halbinsel.

 

Erzhaus Österreich 1755 – 1805
Im Jahre 1755 muss Graf Joseph Maria Fugger die Herrschaft Wasserburg an das Erzhaus Österreich, in dessen Diensten er steht und bei dem er hoch verschuldet ist, abtreten. Nur etwa 50 Jahre lang gehört Wasserburg zu Österreich, als Kaiser Napoleon im Frieden von Preßburg die Karte Europas neu ordnet.

 

1805 kam Wasserburg an Bayern
Wasserburg wird ebenso wie die ehemals Freie Reichsstadt Lindau nach dem Preßburger Frieden vom 26.12.1805 dem mit Frankreich verbündeten Königreich Bayern einverleibt. Die Pfarrei Wasserburg ist in vier Gemeinden aufgeteilt: Bodolz, Mitten, Hege und Nonnenhorn. Die neue Regierung verlangt neben der Einquartierung und Verpflegung der Truppen auch eine hohe Rekrutierungszahl aus der Wasserburger Bevölkerung. In den Napoleonischen Feldzügen und in den darauf folgenden Befreiungskriegen müssen viele junge Wasserburger Soldaten auf den europäischen Schlachtfeldern ihr Leben lassen. Die Landwehrbataillone bestehen noch lange über die Befreiungskriege hinaus. Auch in Nonnenhorn und Mitten exerzieren deren Füsilierkompanien.

 

1812 geht das stark heruntergekommene Schlossgebäude vom Königreich Bayern in Privatbesitz über. Etwa bis zur letzten Jahrhundertwende kann die Pfarrei Wasserburg ihre traditionsreiche, bäuerliche Struktur bewahren. Bis dahin wird der Broterwerb vornehmlich durch Weinbau und Viehzucht gesichert. Manche Bäuerin kann nebenzu ihre Einkünfte durch den Verkauf von Flachsprodukten, insbesondere Rohleinwand, verbessern. Die Fischerei ist erst zu Beginn unseres Jahrhunderts als Erwerbszweig in Wasserburg belegt, war sie doch neben der Jagd stets ein hoheitliches Privileg der adeligen Herrschaft. Um die Jahrhundertwende kommt der Weinbau weitgehend zum Erliegen und wird vom rentableren Obstbau abgelöst. Daneben setzt eine gezielte Fremdenverkehrswerbung ein – die Sommerfrische am vielbesungenen Bodensee wird ein Hauptziel der ersten deutschen Touristenströme.

 

Durch die Auswirkungen der beiden Weltkriege erfährt auch die dörfliche Entwicklung von Wasserburg gewaltige Rückschläge. Nach der französischen Besatzungszeit beherrscht die reine Zweckbestimmung das Denken der Dorfplaner. Die zunehmende Motorisierung setzt neue Maßstäbe für den örtlichen Straßenbau. Über Jahrhunderte gewachsene, für das Ortsbild typische Bausubstanz, geht dabei unwiederbringlich verloren. Erst in den letzten Jahren ist wieder vereinzelt eine Orientierung an den überkommenen Wertordnungen festzustellen. Nur ein harmonischer Dreiklang zwischen Zweckmäßigkeit, Tradition und naturbelassener Umwelt sichert auf Dauer eine nachhaltige und optimistische Zukunftserwartung.

 

Fridolin Altweck (Ortsheimatspfleger)

Schloss Wasserburg (Bodensee)

In der Nordostecke des heutigen Wasserburger Schlosses verbirgt sich der Rest des ursprünglichen Turmhauses der Schellenberger Burg, die noch heute in massiven Mauerstärken nachweisbar ist. Nach der Schenkung von 1537 erbauten die Montforter in der Renaissancezeit eine repräsentative Dreiflügelanlage. Dabei wurden der Treppenturm und die spitzwinklig zueinander stehenden Seitenflügel ergänzt; so entstand ein geschützter Innenhof. Den erfolgreichen Abschluss dieser Bautätigkeit dokumentiert zum einen ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1555 auf den Eckquadern des ehemaligen Wohnturmes an der Nordostecke, in etwa zehn Metern Höhe;  zum anderen findet man die Jahreszahl 1560 auf einem Renaissancetürstock am obersten Absatz der Treppenturmspindel.

 

Der Schlossbrand vom 27. Februar 1750 verwandelte den Westflügel in ein schuppenartig abgeschrägtes Provisorium, das bis heute Bestand hat. Der noch erhaltene Ostflügel hat drei Geschosse und nach Süden und Norden drei, nach Western vier Fensterachsen. Der heutige Schlosszugang auf der Ostseite über eine kleine Freitreppe ist wohl erst im 18. Jahrhundert entstanden, ebenso wie die in einer Segment-Bogennische stehende Haustüre. Typisch ist das Satteldach mit giebelseitigen Schopfwalmen. Die Dachkanten zeigen zeittypisches Profilgesims. Im zweitem Geschoss wurde zum Schlossgarten hin eine ursprünglich vermauerte Türöffnung zu einem Balkon umgestaltet. Es ist möglich, dass hier entweder der Zugang zu einer Wehranlage bestand oder eine der üblichen hölzernen Abortanlagen angefügt war. Der mittlere Südflügel hat auf der Seeseite nur zwei Geschosse zu vier Fensterachsen und ein Satteldach mit einem Schopfwalm im Western. Zum Schlosshof hin ist dieser Flügel dreigeschossig und wurde im Zuge der letzten Renovierung 1982 umgestaltet. Erhalten blieb ein rundbogiges Fenster mit Krangaube. Der Schlosskeller unter dem Ostflügel ist zum Teil in den anstehenden Fels  gehauen und von einer barocken Tonne überwölbt. Auch die Räume im ersten Stock darüber sind tonnengewölbt. Die flachen Kellerdecken des Südflügels werden durch vierkantige Holzpfeiler mit gefasten Ecken gestützt.

 

Das Gebäude des heute als deutsch-französisches Schülerheim genutzten ehemaligen Schlosstorkels entstand erst um 1820 und diente über längere Zeit als Lagerhalle an  der Sommerlände der Lastschiffer. Am Rande des Schlossgartens steht heute die „Hülle“ des ehemaligen Amtshauses der Montforter, das aufgrund einer Schenkung des ersten bayerischen Königs Maximilian I. Joseph anno 1815 als Schulhaus in den Besitz der Gemeinde Wasserburg überging. Inzwischen haben sich leider das  äußere Erscheinungsbild und der funktionale Baukörper völlig verändert.